Der Coup
Der Coup ist der Name des zehnten Kapitels der Rahmenhandlung von Preisfrage. Die Handlung spielt im Sommer 2005 in Las Vegas, Nevada, USA.
Inhalt
Samantha Black arbeitet beim Ciliegia Casino als Croupière. Ihre beruflichen Tätigkeiten bestehen darin, beim Blackjack und Poker die Karten zu verteilen und die Jetons korrekt zu platzieren. Eines gutbesuchten Abends wird Sam Zeugin, als zwei Security-Mitarbeiter einen Mann mittleren Alters an einem Keno-Computer ansprechen und des Kasinos verweisen wollen. Er wehrt sich lauthals, spricht von Freiheitsberaubung und einem Skandal. Die herbeigerufene Polizei nimmt den Mann vorübergehend fest und führt ihn ab.
Nach diesem Vorfall wendet sich Sam an ihren Vorgesetzten Brian Dawson und informiert sich über den Vorfall. Dawson seufzt und erläutert, dass der Kerl namens Robert Harrold bereits seit Wochen im Visier des Sicherheitspersonals sei. Er kommt mindestens drei Abende pro Woche, spielt regelmäßig Keno und erzielt dabei hohe Gewinne, nebst zahlreichen unbedeutenden Verlusten. Allem Anschein nach verhält er sich beim Tippen der Zahlen völlig normal – abgesehen von der Tatsache, dass er regelmäßig fast eine halbe Minute lang reglos auf den Bildschirm schaut, um dann unvermittelt das Spiel zu starten.
Sam nutzt ihre Arbeitspausen, um sich die Videos der Überwachungskameras anzusehen. Dabei stellt sie fest, dass Harrolds Augen stets die rechte obere Ecke des Bildschirms fixieren. Sie untersucht den Spielbildschirm und erkennt, dass sich dort eine digitale Uhrzeitanzeige befindet. Sam gleicht die exakten Spielzeiten der vergangenen Spiele Harrolds ab, kann jedoch keine Regelmäßigkeit bei den Uhrzeiten erkennen. Sie vermutet, dass die Keno-Software eine Schwachstelle hat, und passt einen Tag ab, an welchem ein Spezialist an den Keno-Automaten ein Software-Update einspielt. Sie hat sich besonders aufgebrezelt, um dem schüchternen und hässlichen Programmierer schöne Augen zu machen. Bei der Gelegenheit erfährt Sam einige Grundregeln über die Programmierung von Keno-Algorithmen. Sie stutzt, als der Nerd etwas von einem Pseudo-Zufallszahlengenerator erzählt. Er erläutert, dass Spieleautomaten keinen "echten" Zufall verwenden würden, sondern einen komplizierten Algorithmus, der eine Reihe vordefinierter Zahlensequenzen ausspuckt, je nachdem um welche Uhrzeit das Programm gestartet würde.
Sam bittet den Entwickler, ihr einmal diesen Teil des Quellcodes zu zeigen, wo der Pseudo-Zufall generiert wird. Sie spielt die interessierte, aber leicht naive junge Frau, die von ihm als intelligentem jungen Mann begeistert wäre. Dadurch überzeugt sie ihn und er lädt sie zu sich ins Büro nach Feierabend ein, damit niemand etwas bemerkt. Dort zeigt er ihr ganze Quellcode-Passagen und Module und lässt die Software zu Testzwecken laufen. Sam erkennt nun, welche vordefinierten Sequenzen zu bestimmten Keno-Zahlen führen. Plötzlich meint sie, dass sie Durst hätte und ob er ihr nicht ein Glas Wasser holen könnte. Hilfsbereit geht er in die Küche, ohne seinen Rechner zu sperren. Blitzschnell fotografiert Sam den Quellcode mit einer kleinen Digitalkamera, die sie in ihrer Handtasche versteckt hat. Außerdem implementiert sie rasch die protokollierten Spielzeiten von Harrold und reproduziert damit die verhängnisvollen Keno-Zahlensequenzen, die zum Betrug führten. Dabei filmt sie selbstverständlich alles.
Mithilfe der Quellcode-Fotos und Videos von den fingierten Spielabläufen kann Sam bei Dawson beweisen, wie der Trickbetrug abläuft. Das Casino Ciliegia wartet daraufhin den nächsten Besuch Harrolds ab, um ihn nach gewonnenem Spiel an Ort und Stelle zu verhaften. Im anschließenden Verhör gesteht dieser, mit einem Komplizen kooperiert zu haben, der in der selben Firma arbeitet wie der Nerd, von dem Sam ihr Wissen hatte. Der Programmierer mit dem Pseudonym Jetonizer hatte zahlreiche willkürliche Uhrzeiten vorbereitet und die zu erwartenden Keno-Zahlen berechnet. Die Uhrzeiten (auf die Millisekunde genau) musste Harrold nur noch auswendig lernen und anhand der Digitaluhr auf dem Display innerlich mitzählen, bis er das Spiel exakt zur vorberechneten Zeit startete.
Dawson gratuliert Sam einige Tage später und verkündet, dass der Kasinobetreiber höchst zufrieden mit ihrer Leistung sei. Es sei nun an der Zeit, sie von einer einfachen Croupière zur Leiterin der Computer-Sicherheit zu befördern und außerdem einen satten Bonus zu zahlen. Doch Sam hat längst Blut geleckt und erkannt, welche Möglichkeiten Computerprogramme brachten. Mithilfe dieses Wissens plant sie ihren Ausstieg aus Las Vegas und die Gründung eines eigenen Online-Casinos.